Formen von Optionsscheinen
Traditionelle Optionsscheine
werden in Verbindung mit der Emission einer Optionsanleihe
begeben. Die Optionsscheine werden separat gehandelt und verbriefen im
Regelfall das selbständige Recht auf Lieferung des Basiswertes.
Wenn Sie als Käufer eines traditionellen Optionsscheines Ihr
Optionsrecht ausüben, erfolgt die Gegenleistung in der Regel
"physisch", das heißt der Emittent liefert den zugrundeliegenden Basiswert. Bei traditionellen Optionsscheinen handelt es sich üblicherweise um Call-Optionsscheine (Call).
Naked Warrants
Sind Optionsscheine, die ohne gleichzeitige Emission einer Optionsanleihe begeben werden.
Anders als die traditionellen Optionsscheine stehen Naked Warrants
nicht in Zusammenhang mit Finanzierungsvorhaben von Unternehmen. Sie
werden vor allem von Banken emittiert. Meistens wird anstelle der
Abnahme/Lieferung des Basiswertes ein Barausgleich vorgesehen. Naked Warrants kommen sowohl als Call - als auch als Put-Optionsschein (Put) vor.
Gerade bei den Naked Warrants ist die Vielfalt angebotener Produkte groß: Da Emittent
der Optionsscheine nicht mit dem Emittent des Basiswertes identisch
sein muß und eine physische Lieferung bei Ausübung meist gar nicht
vorgesehen ist, kommen unterschiedliche Basiswerte in Frage, sofern
sich ein Marktpreis feststellen läßt.
Covered Warrants
Der Begriff hat sich über Jahre hinweg inhaltlich weiterentwickelt. Zu
Beginn des Optionsscheinmarktes und auch heute noch versteht man unter
diesen sogenannten "Gedeckten Optionsscheinen" Aktien-Optionsscheine,
die das Recht zum physischen Bezug von Aktien verbriefen, die sich
während der Laufzeit des Optionsscheines in einem gesondert gehaltenen
Deckungsbestandes befinden.
In neuere Zeit wird immer mehr auf das Instrumentarium des Deckungsbestandes verzichtet.
Aktien-Optionsscheine
Als Käufer von Aktien-Optionsscheinen ist für Sie die Kursentwicklung der Aktie entscheidend.
Call
verbrieft das Recht zum Kauf von Aktien bzw. zum Erhalt einer
Ausgleichszahlung in bar bei Überschreiten eines bestimmten
Aktienkurses (Basis, Strike).
Als Inhaber profitieren Sie in der Regel von steigenden Aktienkursen.
Put
verbrieft das Recht zum Verkauf von Aktien bzw. zum Erhalt einer
Ausgleichszahlung in bar bei Unterschreiten eines bestimmten
Aktienkurses (Basis, Strike).
Als Inhaber profitieren Sie in der Regel von sinkenden Aktienkursen.
Basket Optionsscheine
Berechtigen den Inhaber in der Regel zum Kauf eines genau definierten
Korbes von Basiswerten. Der Korb besteht oft aus Aktien verschiedener
Unternehmen einer bestimmten Branche eines oder mehrere Länder.
Capped Warrants
Disco Warrants
Turbo-Optionsscheine
Können den Inhaber auch zum Bezug von anderen Optionsscheinen
berechtigen. Diese Scheine nennt man aufgrund des vergleichsweise
großen Hebels auch "Turbo-Optionsscheine".
Devisen-Optionsscheine
Währungs-Optionsscheine gibt es auf die verschiedensten Währungen z.B. US-$, Britisches Pfund, Yen.
Call
verbrieft das Recht zum Kauf eines bestimmten Betrages einer
definierten Währung bzw. zum Erhalt einer Ausgleichszahlung bei
Überschreiten eines Währungskurses.
Als Inhaber profitieren Sie in der Regel von steigenden Wechselkursen.
Put
verbrieft das Recht auf Verkauf eines bestimmten Betrages einer
definierten Währung bzw. zum Erhalt einer Ausgleichszahlung bei
Unterschreiten eines Währungskurses.
Als Inhaber profitieren Sie in der Regel von sinkenden Wechselkursen.
Power-Call
Bei Fälligkeit dieser Scheine wird der innere Wert quadriert. Das
bedeutet bei einem Basiswert von 1,75 und einem Dollar von 1,78 neun
Mark Auszahlung, bei 1,79 sind es 16 Mark. Bei 1,80 greift dann die
Obergrenze (Cap). Maximal werden 25 Mark ausbezahlt. Wegen des
europäischen Optionsreechts werden die Warrants häufig mit Abgeld
gehandelt. Wie jeder andere Schein kann er aber an der Börse verkauft
werden. Klarer Vorteil der Power- Scheine ist auch der geringe
Zeitwertverfall. Ist der Cap nachhaltig überschritten, entsteht sogar
ein Zeitwertgewinn.
Emittent: Trinkhaus & Burkhardt, Merrill Lynch, Deutsche Bank
Power-Put
Bei der Fälligkeit dieser Scheine gelten die gleichen Bedigungen wie
bei Power-Calls, nur muß hier das Basisinstrument unter dem Basiswert
notieren. es gilt der gleiche Maximalbetrag, Optionsrecht und die
gleichen Vor- und Nachteile. Bei einem Basispreis von 1,80 Mark wir
also bei 1,77 neun mark ausbezahlt und bei 1,76 sind es dann 16 Mark
ect.
Emittent: Trinkhaus & Burkhard, Merrill Lynch, Deutsche Bank
Mini-Premium-Scheine
Bei dieser Kreation von Optionsscheinen gibt es eine garantierte
Rückzahlung, sofern der US-$ bei Fälligkeit über dem Basispreis (Call)
notiert. Beispiel zur Verdeutlichung der Vor- und Nachteile dieser
Scheine.
Der Anleger erhält bei Fälligkeit den inneren Wert zwischen dem
Basispreis von z.B. 1,75 Mark und der Lockout-Schwelle von 1,85 Mark.
Steht der Dollar jedoch bei Fälligkeit höher als die Lockout-Schwelle
1,85 Mark, wird je Schein nur 1,50 Mark zurückgezahlt
Im Klartext bedeutet dies, daß es bei 1,8450 Mark pro Dollar für den
Call 9,50 Mark gibt, bei einem Dollar von 1,85 Mark jedoch nur noch
1,50 Mark.
Emittent: SBV
Trion-Scheine
Diese Scheine haben drei verscheiden Ober- und Untergrenzen, z.B. die
ersten sind 1,67 und 1,89 Mark; die zweiten 1,65 und 1,91 Mark, die
dritten 1,63 und 1,93 Mark. Für jede Range, die während der gesamten
Laufzeit nicht durchbrochen wird, erhält der Anleger fünf MArk,
höchstens also 15 Mark.
Emittent: Bankers Trust
Hit-Optionsscheine
Bei diesen Scheinen gilt das Motto alles oder nichts. Sobald der
US-Dollar die Hitmarke z.B 1,80 oder 1,85 Mark markiert, gibt es 10
Mark.
Emittent: Sal. Oppenheim
Range Warrants
Solange sich das Basisinstrument innerhalb bestimmter Grenzen bewegt,
wachsen Range-Warrants täglich um einen festen Betrag, der am Ende der
Laufzeit ausbezahlt wird. Diese Scheine werden auch als EARN,
Day-Count, Hamster, Korridor oder Bandbreiten-OS bezeichnet. Achtung!
Nicht verwechseln mit zweiseitigen Range-OS.
Emittent: Dresdner Bank
Zweiseitige Range-Optionsscheine
Bei diesen wird im Gegensatz zu einseitigen Range-OS Geld abgezogen,
wenn das Basisinstrument die range verläßt. Bei einer starken Bewegung
des Marktes in eine Richtung kann das erhebliche Verluste bescheren.
Emittent: Merrill Lynch
Simplex-Scheinen
Mit diesen Scheinen setzt der Anleger darauf, daß der Dollar am
Ausübungstag nicht über (Put) oder nicht uter (Call) festgelegten
Grenzen notiert.
Emittent: DG Bank
Simplex-Korridor-Scheine
Mit diesen Scheinen setzt der Anleger darauf, daß der Dollar am
Ausübungstag innerhalb einer vorbestimmten Bandbreite notiert.
Emittent: DG Bank
Knock-In- Barrier-Warrants ÞHit-Optionsscheine
Cool Warrants
Cool-Scheine, auch X-Tra-Chance-Warrant genannt, locken den Anleger mit
einem Extrabonbon für den Call oder Put; Ein fester Betrag, meist zehn
Mark, winkt, wenn das Basisinstrument während der Laufzeit einen
bestimmten Kurs (Prämienrückvergütungsschwelle) nicht unterschreitet
(Cool-Call) beziehungsweise übersteigt (Cool-Put).
Emittent: Goldman Sachs, Merrill Lynch
Capped Warrants
Ein Cap (Deckel, Kappe) begrenzt bei diesen Schinen den Gewinn. Bei
Fälligkeit wird die Differenz zwischen dem Basispreis und dem Cap
ausbezahlt. Selbst wenn der Cap während der Laufzeit überschritten ist,
werden die Scheine mit einem Abschlag gehandelt. Dies ist auf das
europäische Ausübungsrecht (Warrants sind nur am Ende der Laufzeit
ausübbar) der optionsscheine zurückzuführen. Capped Calls werden auch
als Bull-Spreads und Capped Puts als Bear-Spreads bezeichnet.
Emittent: Deutsche Bank
Index-Optionsscheine
Als Basiswert von Index-Optionsscheinen kann ein Aktienindex, z.B. DAX,
ein Rentenindex oder ein anderer Index dienen. Die Indexentwicklung
bestimmt maßgeblich den Preis des Optionsscheines.
Da ein Index als
Bezugsobjekt effektiv nicht lieferbar ist, können ausschließlich
Ansprüche auf Ausgleichszahlungen bestehen.
Call
verbrieft das Recht, eine Ausgleichszahlung bei Überschreiten eines bestimmten Indexstandes zu erhalten.
Der Preis von Call-Optionsscheinen steigt grundsätzlich bei steigendem Indexverlauf und sinkt bei fallendem Indexverlauf.
Put
verbrieft das Recht eine Ausgleichszahlung bei Unterschreiten eines bestimmten Indexstandes zu erhalten.
Der Preis von Put-Optionsscheinen steigt mit einer rückläufigen Indexentwicklung und fällt mit dem Anstieg des Indexniveaus.
Capped Warrants
Spread Warrants
Rohstoff-Optionsscheine
Die Preisentwicklung des zugrundeliegenden Rohstoffes bestimmt
maßgeblich den Preis des Optionsscheines. Zu den Rohstoffen zählen z.B.
Edelmetalle und Öl.
Call
verbrieft in der
Regel das Recht auf Erhalt einer Ausgleichszahlung bei Überschreiten
eines bestimmten Preises eines Rohstoffes.
Der Preis von Call-Optionsscheinen steigt grundsätzlich bei einem Preisanstieg des Rohstoffes.
Put
verbrieft in der Regel das Recht auf Erhalt einer Ausgleichszahlung bei
Unterschreiten eines bestimmten Preises eines Rohstoffes.
Put-Optionsscheine steigen üblicherweise bei einem Preisrückgang des Rohstoffes.
Zins-Optionsscheine
Die Kursentwicklung der Anleihe ist entscheidend für die
Preisentwicklung der Zins-Optionsscheine, die wiederum maßgeblich von
der Entwicklung des Marktzinsniveaus in dem betreffenden Land abhängig
ist.
Call
Verbrieft das Recht zum Kauf
von Anleihen in Deutschland in der Regel Bundesanleihen bzw. zum Erhalt
einer Ausgleichszahlung in bar bei Überschreiten eines bestimmten
Anleihekurses.
Zins-Call-Optionsscheinen profitieren grundsätzlich von fallenden
Kapitalmarktzinsen, da sinkende Kapitalmarktzinsen steigende
Anleihekurse bedeuten.
Put
verbrieft das Recht zum Verkauf von Anleihen in Deutschland in der
Regel Bundesanleihen bzw. zum Erhalt einer Ausgleichszahlung in bar bei
Unterschreiten eines bestimmten Anleihekurses.
Zins-Put-Optionsscheinen profitieren grundsätzlich von steigenden
Kapitalmarktzinsen, da steigende Kapitalmarktzinsen sinkende
Anleihekurse bedeuten.